"Ohne Gentechnik": Milchlieferanten erhalten 40 Cent pro Liter für "faire Milch"

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Comment by TraceConsult: Es wird bestimmt nicht der Internationalen Grünen Woche 2010 in Berlin anzulasten sein, dass es in der vergangenen Woche in der deutschen Landwirtschaft einige Aufgeregtheiten rund um das Thema Gentechnik gab.

Nachdem sich zuletzt der Discounter Lidl gerade auf den Weg zur ausgelobten Milch „ohne Gentechnik“begibt (wir berichteten), verkündet am 20. Januar der in Freising ansässige MVS, dass er in drei süddeutschen Bundesländern „faire Milch“ an hunderte von Märkten der Handelsketten Rewe und tegut ... liefern werde. Das sei Milch, die nicht nur dem bäuerlichen Milcherzeuger eine Vergütung von 40 Cent pro Liter garantiert, sonder die auch – da gentechnikfrei im Futter erzeugt – „ohne Gentechnik“ ausgelobt und mit dem „Aigner-Siegel“ versehen in die Kühlregale komme.

Mit einer gewissen Vorhersehbarkeit wendet sich weniger als 24 Stunden später in Berlin der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, auf einer Veranstaltung während der Grünen Woche mit der Bemerkung an die Öffentlichkeit, er halte die Auslobung „ohne Gentechnik“ für eine „eher unehrliche Lösung“. Er reiht sich damit ein in den Chor jener Stimmen, die seit Jahren Krokodilstränen verdrücken, wenn es um diese Art der Auslobung geht. Im Grunde will man nämlich nicht die Wahrheit über etwa ausgenommene Enzyme (die als solche eh nicht gelabelt werden müssen), sondern man fürchtet die endlich klar auf jeder Verpackung begründete Wahlfreiheit für den Verbraucher.

Diese Information auf Warenverpackungen wie Milch, aber auch Geflügel und vielen anderen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln dürfte in naher Zukunft sehr viel mehr deutsche Verbraucher als bisher erreichen. Nach monatelangem Ausloten und Abwägen steht die Gründung des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik nun plötzlich unmittelbar bevor. Auf einem Empfang währen der Grünen Woche machte Landwirtschaftsministerin Aigner unmissverständlich klar, wie sehr sie diesen Verband begrüsse. Eine seiner wichtigen Aufgaben wird es sein, die Nutzung des Siegels „ohne Gentechik“ zu vergeben sowie die Interessen der Lebensmittelerzeuger eben dieser Produkte wahrzunehmen. Für den Verbraucher aber wird es endlich klare Informationen aus berufener Hand geben.


http://agrarheute.com/milch_und_rind/milchproduktion/milchlieferanten_erhalten_40_cent_pro_liter.html?redid=326289

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'Faire Milch' ab heute in den Regalen

Milchlieferanten erhalten 40 Cent pro Liter

Hervorhebungen im Text durch TraceConsult

Freising 20.01.2010 -

40 Cent pro Liter: Ein Preis der lange gefordert wurde und ab sofort für einige Erzeuger Realität ist. Ab heute finden Verbraucher die "Faire Milch" in den Regalen.

MVS_faire_Milch_1.jpgZwischen 89 und 99 Cent pro Liter soll die "Faire Milch", die ab heute in rund 1.200 Rewe- und 300 Tegut-Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen angeboten wird, kosten. Rund 120 molkereiunabhängige Milchbauern liefern derzeit, Verbraucher können eine H-Milch mit 1,8 und 3,8 Prozent Fettanteil kaufen.

Die Idee zur "Fairen Milch" hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), vertrieben wird sie von der Milchvermarktungs-GmbH (MVS) mit Sitz in Freising. Die MVS arbeitet nur im Lohnverfahren für die Milcherzeuger, die Landwirte bestimmen Produktion und Vermarktung selbst - und erhalten dafür 40 Cent pro Liter.  "Es ist besonders wichtig, ein nicht austauschbares Produkt zu haben", erklärt Karl Karrer, Beirat der MVS GmbH. Aus eben diesem Grund habe man sich für besondere Leistungen für Natur und Verbraucher entschlossen.

Ohne Gentechnik produziert

Alle 120 Milchbauern, die bisher liefern, haben sich verpflichtet, für ein Umweltprojekt verantwortlich zu sein. Das kann eine Weidehaltung der Tiere, aber auch der Erhalt einer Blumenwiese sein.

Zu den besonderen Leistungen gehört auch, dass die "Faire Milch" gentechnikfrei produziert wird. Das heißt, die Tiere erhalten kein Futter, das von genmanipulierten Pflanzen stammt. Die Tier fressen überwiegend Grünfutter von hofnahen Wiesen. Als eine der ersten Milchsorten trägt die "Faire Milch" das offizielle "ohne Gentechnik"-Siegel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Transportwege möglichst minimieren

Ein weiteres Kennzeichen der "Fairen Milch" ist Regionalität. Um Transportwege auf ein Minimum zu reduzieren, kommt die Milch ausschließlich aus Höfen des jeweiligen Bundeslandes. Verbraucher, die die zuliefernden Betriebe näher kennenlernen möchten, können das unter www.die-faire-milch.de tun: Dort stellt sich jeder Hof mit einem kurzen Statement vor. (ez)

© dlv 2006


 

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