Monsanto: Unternehmen des Jahres oder Unethischstes Unternehmen?

Samstag, 30. Januar 2010 um 14:22
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Comment by TraceConsult: Wir meinen, dass Beratungsleistungen im Bereich praktischer Umsetzung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Produktion von Lebensmitteln auch Untersuchungen über die ethischen Positionen der wesentlichen Branchenplayer in dieser Produktion beinhalten sollten. In Anbetracht dieses Mottos kommen wir einfach nicht umhin, Ihnen eine faszinierende Gegenüberstellung zu präsentieren, die erst jüngst in den Medien berichtet wurde.

Wie eifrigen Lesern führender Wirtschaftspublikationen bekannt sein dürfte, stellt Forbes Magazine immer im Januar seine Wahl des Unternehmens des Jahres vor. Für viele überraschend und aus Gründen, die in der Titelstory vom 18. Januar 2010 enthalten sind, ist die Redaktion von Forbes überzeugt, dass die Ehre dieses Mal dem Marktführer im Bereich Life Sciences gebührt – der Monsanto Company. Sicherlich lässt sich sagen, dass der Hauptgrund, der die Forbes-Waagschale zugunsten des Riesen in Creve Coeur im U.S.-Bundesstaat Missouri gesenkt hat, dessen unzweifelhafter wirtschaftlicher Erfolg im vergangenen Jahr ist. Nun ist es eine leichte journalistische Aufgabe, diesen Umstand mit der Kontroverse um das generelle Agieren des Unternehmens  sowie die kürzlich eröffeneten kartellrechtlichen Untersuchungen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene zu umrahmen.

Wir stellen nun vor, dass Sie jetzt ein wenig auf eigene Faust lesen werden ... – Hier eine Vorschläge dazu:

Es ist gleichzeitig faszinierend, ...

... wie die Veröffentlichung um MONs Erfolge mit dem Bericht über sein miserables ethisches Ranking bei der weltweit führenden professionellen Quelle für solche Themen zusammenfallen. Wie TraceConsult ebenfalls mit Sitz in Genf, dem Nabel des europäischen Rohwarenhandels, „verfolgt Covalence SA seit seiner Gründung im Jahre 2001 „die ethische Reputation von multinationalen Unternehmen durch Zurateziehung von Informationen aus Medien, Zivilgesellschaft und Unternehmen.“

Am 28. Januar berichteten bekannte Nachrichten- und Meinungsquellen wie die Huffington Post, die vom britischen Observer als „the most powerful blog in the world“ betrachtet wird, über die diesjährige Covalence-Liste der Zwölf unethischsten Unternehmen der Welt. Zweifelsohne zum grossen Bedauern jedes Einwohners der Region von St. Louis ist darauf Monsanto als Nr. 1 aufgeführt. Besser müsste es in Bezug auf die gesamte Liste und um genau zu sein, heissen: „am untersten Ende als Nr. 581“. Womit die Firma gerade sieben Positionen „besser“ als ihr Schweizer Gentechnikrivale Syngenta (Nr. 574) rangiert, exakt neben der Firma Halliburton Company (Nr. 580) des früheren amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney und ebenfalls nicht weit entfernt von der Mediaset SpA (Nr. 571) des amtierenden italienischen Premierministers Silvio Berlusconi.

Falls Sie noch über Covalence nachdenken, so umfasst die Kundenliste des Unternehmens, auf die hinsichtlich der ethischen Information über multinationale Firmen Spitzenunternehmen wie ALCOA, BARCLAYS Bank, BMW, BNP PARIBAS, Carrefour, Coca-Cola, Coop, DELL, Deutsche Bank, HSBC, PHILIPS und TOYOTA zugreifen; sie wird krönend abgeschlossen durch den WWF.*) Anscheinend sind alle diese Organisationen stark interessiert an der ethischen Performance von Unternehmen. Somit hat sich also die gute Huffington Post beleibe keine leichtgewichtige Quelle für ihren Bericht ausgesucht.

Wir dürften Ihnen jetzt genug mit auf den Weg gegeben haben, um Ihren Wochenbeginn zu geniessen und darüber nachzusinnen, wie ein zuverlässiger und ethischer Partner auszusehen hat, den Sie in Ihrer Food-Lieferkette sehen möchten. Denn mit so etwas bekommen Sie zu tun, falls Sie nicht darauf achten, dass Ihre Zutatenliste frei von GVOs bleibt. Aus bzw. mit Monsantos Roundup Ready® Sojabohnen hergestellte Produkte sind die bei weitem meist verbreiteten GVO-Zutaten, die sich in der Futter- und Lebensmittel-Lieferkette weltweit finden lassen.

Und so wird es auch bleiben, es sei denn Entscheidungsträger stellen eine GVO-freie Produktion sicher. Immer mehr Hersteller und Handelsketten stellen unter Beweis, dass dies leicht machbar ist.

Wie lautet noch einmal das diesjährige Motto des Annual Meetings des World Economic Forum, das sich in Davos trifft, während diese Zeilen konzipiert werden? So etwas wie „Improve the State of the World: Rethink, Redesign, Rebuild”?

*) Es ist in diesem Zusammenhang interessant festzustellen,dass sowohl der WWF wie auch Monsanto Mitglieder im RTRS (Roundtable for Responsible Soy) sind.


http://www.forbes.com/forbes/2010/0118/americas-best-company-10-gmos-dupont-planet-versus-monsanto.html

Monsanto_Best_co_170x170.jpg

Monsanto-Vorstand Hugh Grant in Forbes

“The Planet vs. Monsanto”

 

http://is.gd/7lrYK

Nr. 581: Monsanto Co.

soybeans_handful.jpg

HuffPo berichtet über Monsanto als „am unethischsten“

 

http://www.covalence.ch/index.php/ethical-rankings/across-sectors/

covalence_sa.jpg

“Branchenübergreifend” am unethischsten:

Rank | Company | Sector

571. Mediaset SpA | Media

572. Total SA | Oil & Gas

573. Grupo Mexico SA de CV | Basic Resources

574. Syngenta AG | Chemicals

575. Ryanair Holdings plc | Travel & Leisure

576. Occidental Petroleum Corporation | Oil & Gas

577. Philip Morris International Inc. | Personal & Household Goods

578. Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc. | Basic Resources

579. Chevron Corp. | Oil & Gas

580. Halliburton Company | Oil & Gas

581. Monsanto Co. | Food & Beverages

Information researched and compiled as well as Comment [provided] by TraceConsult

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